Ladylike oder der kleine Unterschied
Wie kommt es, dass...
Im Geschäftsalltag Business-Uniformen gefragt sind, während die Mode transparente
Poesie, Hippies und Diven zelebriert?
Der Business-Look für Frauen oft wie eine Kopie der «männlichen
Verpackung» wirkt (nach dem Motto: «androgyn = unbeschreiblich weiblich»)?
Frauen hören müssen, dass der Griff zu grossen Grössen sie schlanker, cooler oder
zerbrechlicher erscheinen lasse?
Sich der eigene Stil häufig auf die Wahl der Unterteile/Accessoires beschränkt?
Die Abteilungsleiterin selbst bei gleissender Hitze darauf verzichtet, den obersten Blusenknopf
zu öffnen?
Es eine gehörige Portion Mut braucht, die Jackett-Regel zu durchbrechen?
Männer weniger Schmuck, Farben, Muster tragen sollen?
Lächelinstruktionen zumeist für weibliche Angestellte gelten?
Fallstricke bezüglich Rocklänge, Transparenz, Dekoltee nur die Kollegin
beschäftigen?
Eine Regionalbank das Make-Up der Jungmanagerin klassifiziert?
In Filmen die immer gleichen Klischees auftauchen (langweiliger Buchhalter im blauen Einreiher,
geheimnisvolle Karrierefrau mit Nadelstreifen)?
Hosenanzüge nicht auch locker geschnitten daherkommen?
Der Schuh-Hut der Römer Designerin Elsa Schiaparelli unbeachtet blieb?
Die Jungmanagerin sich vor einem Meeting entscheiden muss: Will ich den Auftrag und kleide ich
mich also adrett?
Wer bestimmt Correctness?
«Es ist leider immer noch so: Die Führungswelt ist Männerwelt. Und was tragen
die? Uniformen. Und wie denken die? In Hierarchien. Deren Regeln gelten, in dieser Sphäre bin
ich durch Geschlecht und Alter an sich schon Exotin und Provokation»
(Claudia Langer, Agenturchefin, Aussage bei einem Round-Table der Zeitschrift ELLE, Winter
1998).
Karin Ammann, lic.phil/Arbeitspsychologin
Text aus: «Einfach, praktisch, gut – Kriterien für funktionale
Berufskleidung», vgl. Rubrik "Publikationen".
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