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Bücher suchen
«Wo steckt es nur …?», «Wo hab ich doch …?», «Wohin mag es gekommen sein …?». Wann haben Sie das letzte Mal ein Buch gesucht? Gut, man kann Ersatz auftreiben: über das Internet, in der Buchhandlung. Diese Massnahme bedeutet Aufwand und Auslagen. Sie befriedigt allerdings nur bedingt; Im Grunde genommen will man ja kein neues Exemplar kaufen, sondern sein eigenes Stück (wieder) in Empfang nehmen. Ausserdem könnte auch die Neuerwerbung demnächst abhanden kommen … Schwieriger wird es, wenn das Werk vergriffen ist. Dann helfen nur das Antiquariat oder die Bibliothek. Worst Case: Man weiss nicht mehr wie die Edition heisst, der Autor, die Herausgeberin. Im besten Fall kann man ein wandelndes Lexikon fragen (Menschen, die um Querverbindungen wissen, Hinweise auf genau das oder ein ähnliches Werk geben können). Oder darauf hoffen, dass der Junior das Stück zweckentfremdet hat, als Pflanzenpresse bzw. Tischbeinersatz. Vielleicht beteiligt er sich am Experiment, Bücher auszusetzen und deren Weg über eine Website zu verfolgen (http://www.bookcrossers.ch)? Eigentlich wären sie daAm Schwierigsten – nein, nicht zu suchen, aber zurück zu erhalten – sind ausgeliehene Bücher («das hab ich bestimmt nicht»; «nicht von dir»; «nicht bei mir») oder selber irgendwohin gelegte (Im Schweizer Dialekt «verlegte») Bücher. Und dann gibt es noch den Fall, dass man Besagtes gar nicht «vernuscht», sondern säuberlich eingeordnet hat, aber ob der Titelanordnung auf dem Buchrücken nicht findet. Stichwort dazu: winzig kleine Schrift, bei einem aufrecht stehenden Band von oben nach unten verlaufend. Letzteres nennt sich «angelsächsisches System». Dazu wollte ein «Institut für Normung» vor 30 Jahren die deutschen Verlage verpflichten, glücklicherweise ohne Erfolg. Bleibt zu hoffen, dass mein «Wanted» flach auf einem Stapel liegt. So könnte ich den Titel gleich lesen. Im Regal eingeräumt, von links nach rechts, bedeutet es unbequemes Kopfverdrehen … Weil es dich gibtZum Abschluss die romantische Variante: Im Film «Serendipity»1 lernen sich ein Mann und eine Frau kennen. New York, Festtagsrummel, Kaufhaushektik: Sie entfliehen der Szenerie und verbringen den Rest des Tages gemeinsam. Abends fordert Sara das Schicksal heraus. Sie schreibt ihre Telefonnummer in ein Buch, die Nummer von Jonathan auf eine Fünf-Dollar-Note. Beides will sie in Umlauf bringen. Wenn sie die Dollarnote je wieder in die Hand bekomme und Jonathan das Buch, glaubt sie, würden sie wirklich zusammen gehören. Zehn Jahre (und zwei Verlobungen) später überlegen sich die zwei, ob sie das Schicksal nicht zu sehr herausgefordert haben. Es kommt zum Happyend; leider fehlt im Abspann der Liebeskomödie ein Satz: Gute Bücher sollte man bei sich tragen – speziell Notizbücher!
1 «Serendipity», USA 2001, Regie: Peter Chelsom
Karin Ammann, lic. phil/Arbeitspsychologin |