Füllfederhalter

 

Trotz Kugelschreiber, Filzstiften oder Tintenrollern: Auf den guten alten Füllfederhalter lasse ich nichts kommen! Er ist nicht nur praktisch, sondern gilt als Inbegriff von Schreibkultur. Dies hat historische Gründe (schliesslich wurde durch ihn eine Technik perfektioniert, die Jahrhunderte vorher, mit dem Gänsekiel ihren Anfang nahm). Darüber hinaus unterstützt das Gerät einen unverkennbaren individuellen Schriftzug - je nach Ansatz, Tintenqualität und Federspitze.

Nur schon der Name gefällt: Füll-feder-halter. Man weiss, wie es aufzuladen ist, was daran steckt und was man damit macht. Auch wenn das Tintenfass, hochwertiges Material und Detailverliebtheit im Alltag wegfallen - insbesondere bei den Schülermodellen -, so hat sich dieser Klassiker gehalten: sei es als persönliches Ausdrucksmittel, Statussymbol oder Sammlerstück. Wer etwas auf sich gibt, besitzt mehrere Exemplare sowie die entsprechenden Utensilien: Fliesspapier und «Löschwiege».

 

Restseller?!

Meinen Waterman trage ich stets bei mir. Entdeckt habe ich das edle Stück in einer der verbliebenen unabhängigen Buchhandlungen. Sie trug einen klangvollen Namen - wie so viele dieser Läden. Ich mag es, wenn «Goldenes Kalb», «Kunstgriff» oder «Kronengasse» auf der Quittung steht. Deshalb kaufe ich keine Bücher am Kiosk, an der Poststelle oder im Warenhaus.

Es gibt kleine Geschäfte, die ihre Nischen finden. Wenngleich das Überleben seinen Preis hat. Zwei Stichworte dazu: Konzentration auf ein Thema (Krimi, Kunst, Kulinarisches) und Erweiterung des Sortiments (Papeterie, Bar, Vinothek). Einen formidablen Ruf erwirbt man sich als Antiquariat mit Zugang zu seltenen Werken sowie aktiver Kundenbindung. Letzteres geschieht durch Vernissagen, Kulturveranstaltungen und Lesungen. Wichtig: Beim Signieren sollte man den richtigen Stift zur Hand haben. Einer der nicht schmiert.

 
Karin Ammann, lic. phil/Arbeitspsychologin