Ratgeber zum Thema «Time-out» entspricht Bedürfnis

© Aargauer Zeitung / MLZ; 2002-12-16; Seite 2

Aarau

AARAU · Vernissage für das Buch «Time in, Time out» von Karin Ammann vor einem grossen interessierten Publikum

Die in Aarau wohnhafte Karin Ammann hat ihr Buch «Time in, Time out» veröffentlicht. Im wohnlichen Ambiente des Ladens der Hans Hassler AG fand die Vernissage statt.

Vieles ist im Umbruch: Ausbildungs- und Laufbahnen, die ganze Berufswelt. Gleichzeitig steigen die Ansprüche hinsichtlich Gesellschaft, Familie und Freizeit. Wenn alles in Bewegung ist, wächst das Bedürfnis, nicht immer mitzuspulen, sich für einmal auszuklinken, etwas für sich zu unternehmen, zum Beispiel durch ein Time-out. Diese Entwicklung hat Karin Ammann zum Anlass genommen, ihr Buch «Time in, Time out» zu schreiben. Karin Ammann ist in Zürich aufgewachsen und kam über die Liebe nach Aarau, wo sie heute zusammen mit ihrem Mann Frank Ammann wohnt. Nach ihrem Studium in Neuenburg und Zürich arbeitete sie in der Unternehmensberatung und anschliessend beim Kaufmännischen Verband in Zürich. Seit April 2002 ist sie Co-Leiterin eines Nationalen Projektes zur Betrieblichen Gesundheitsförderung in KMU am Institut für Sozial und Präventivmedizin an der Universität Zürich. Von 1994 bis 1998 war sie Einwohnerrätin in Aarau und von 1998 bis 2001 Grossrätin.

Idee entstand vor einem Jahr

Ein Erlebnis brachte Karin Ammann auf die Idee des nun vorliegenden Buches. Sie kam selber - unverhofft und unvorbereitet - zu einer beruflichen Auszeit. Als sie ihrem Arbeitgeber mitteilte, dass sie sich beruflich neu orientieren wolle und die Kündigung einreichte, wurde sie sofort freigestellt. Drei Monate hatte sie nun Zeit, um etwas zu tun, worauf sie schon lange Lust hatte. Doch wie vorgehen? Was muss man bei einem Time-out beachten? «Ich suchte in den Buchhandlungen einen Ratgeber zum Thema ‹Time-out›, einen mit juristischen Aspekten speziell für die Schweiz», erklärt die Autorin. Doch nachdem sie feststellen musste, dass es ein solches Werk noch nicht gab, beschloss sie kurzerhand im Februar 2002, selber einen Ratgeber herauszugeben. Zusammen mit Peter Böhringer, einem Arbeitsrechtsspezialisten, entstand das Buch. Ergänzt werden die Ausführungen durch einen separaten Teil zu juristischen und Sozialversicherungs-Fragen. Karin Ammann hat mit über 200 Personen gesprochen, 18 Erfahrungsberichte aufgezeichnet und sechs klassische Time-out-Formen ausgemacht. Das Buch ist chronologisch aufgebaut: Von der Entscheidung über die Vorbereitung und Durchführung bis zur Rückkehr ins Arbeitsleben. Ergänzt werden die Kapitel durch Tipps, Checklisten sowie umfassende Informationen zu Fragen des Arbeitsrechts und der Sozialversicherung. Das praxisnahe Buch vermittelt wertvolle

Anregungen, auch für den Berufsalltag.

Die Buchvernissage in Aarau bei der Hans Hassler AG zu veranstalten, war eigentlich nicht geplant. Zuerst suchte Karin Ammann nämlich für die Durchführung des Anlasses einen Ort in der Reisebranche, der zum Thema «Time-out» gepasst hätte. Doch sie wurde nicht fündig. Als sie der Geschäftsführerin des Teppich- und Innendekorationsgeschäfts Hassler, Judith Steiner, ihre Not geklagt hatte, war der Durchführungsort der Vernissage sofort klar: Aarau. Was hat nun Innendekoration mit einem Time-out zu tun? Ganz einfach: Ein Time-out ist eine Reise nach innen. Man weiss zuerst nicht, wohin es geht. Auch die Gegenstände bei Hassler sind hier zwischengelagert, halten inne und es ist noch nicht klar, wohin die Reise geht. In einem wohnlichen, grosszügigen Ambiente konnten die zahlreichen Gäste, auch aus Wissenschaft und Politik, die Vernissage verfolgen. (stä)

Vernissage Karin Ammann; Karin Mussmann, Ivars Udris (Mentoren). FOTO: STÄ