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Wie schreibt man ein gutes Sachbuch?
... Falls man überhaupt ein solches schreiben will (und keinen Krimi oder Lyrikband). An und für sich mag ich sie nicht, Wertungen wie «gutes Buch» oder «schlechtes Buch». Wobei es bei der Literaturkritik wesentlich härter zugeht als bei der Beurteilung von Fachpublikationen, Romane deutlicher verrissen werden als eine Abhandlung zu Quantenphysik. Ein gutes Sachbuch fasziniert, vermittelt Wissen und Zusammenhänge. Es regt zur Weiterführung an - nicht zuletzt trifft es aber den Nerv der Zeit, füllt eine Marktlücke, ist in sich einzigartig (sprachlich-textlich). Aus diesem Grund verwischen sich zusehends die Grenzen zwischen unterhaltendem Sachbuch und wissenschaftlicher Fachpublikation. Selbst Professoren dürfen witzig sein. PerlentaucherBei den Recherchen gilt:
Beweisen Sie Mut zur Lücke: Niemand erwartet alles von Ihnen! Einzelne Aspekte sind vernachlässigbar, andere eignen sich für später (Fortsetzung, Vertiefung, Umsetzung). Anekdoten lassen sich für ein Interview, eine Radiosendung oder einen Fachartikel verwenden. Pikantes, Parodien und allzu Persönliches übermittelt man lieber mündlich, im vertrauten Kreis[2] .
Gesucht wird ...
Bei Sachbüchern übt der Verlag grossen Einfluss aus hinsichtlich Programmplanung und Konzeption. Ob dies jeweils zum Vorteil gereicht und welche Kriterien dabei angewendet werden (Stichwort zahlende Autor/innen), sei dahingestellt. Zu guter Letzt: Ich habe selten ein «reines Sachbuch» gesehen. Irgendwo versteckt sich meist ein Vers, ein Gedicht, ein Hauch Poesie. BoD AKTUELL 32, Juli 2008, Seite 13 [1] Nach Prof. Dr. Erhard Schütz, Berliner Literaturwissenschaftler [2] Es gibt überdies Themen, nach denen man nicht in einem Buch sucht: weil sie zu pikant sind, brandneu oder äusserst spezifisch (Forschung, Wissenschaft, Technik etc.). |